Thomas Gronau – Autor und Wegbereiter für Gesundheit

Inspiration für ganzheitliche Gesundheit, Heilung  und 
Bewusstsein

"Dr. Gronau verbindet wissenschaftliche Tiefe mit spiritueller Offenheit, um Heilung, Lebenssinn und Entwicklung reflektiert zu erkunden."

 

Willkommen 

auf meiner

Autoren-Homepage 

 

Wissenschaft trifft Spiritualität

"Als Tumorbiologe und Psychookologe mit mit langjäriger Erfahrung in der Palliativmedizin beleuchtet Dr. Gronau Themen von Gesundung und Heilung bis hin zum Überleben und Sterben, ganzheitlich, philosophisch und spirituell."

Wissenschaftliche Kompetenz

mit einem Herz für die Philosophie

Offenheit in der Medizin und Wissenschaft

Ein wichtiges Anliegen von mir ist,  medizinische  (und naturwissenschaftliche) Aspekte mit einer ganzheitliches Auffassug zu verbinden. Als Tumorbiologe habe ich 2010 ein Institut gegründet, das sich mit diesem Thema auch praktisch auseinandersetzt

Meine schriftstellerischen Ambitionen

In den letzen Jahren habe ich immer wieder kleine Artikel geschrieben im Grenzbereich zwischen Wissenschaft, Philosophie und Spiritualität. 

Ein Gedanke, der mich schon längere Zeit beschäftigt, ist die Frage. Was ist Bewustsein? 

Ganzheitliche Themen

Die integrale Theorie , die Salutogenese, das Gesunden und  Heil-Werden, unsere Bewusstseinsentwicklung und auch unser Sterben sind zentrale Inhalte meines Interesses.

EMERGENTES 
BEWUSSTSEIN
Eine Reise zur Heilung und Verbundenheit

Das Buch ist am 15.07.2026 als Taschenbuch auf den Markt gekommen.

Das Buch stellt Frage, die jeder Philosophie und jeder menschlichen Suche vorausgeht:

Was ist Bewusstsein – und wer sind wir?

Lange Zeit wurde Bewusstsein vor allem als Produkt des menschlichen Gehirns verstanden. Dieses Buch lädt zu einer anderen Perspektive ein. Es versteht Bewusstsein nicht als isolierte Leistung eines Individuums, sondern als etwas, das in Beziehung entsteht. Dort, wo Menschen einander wirklich begegnen, wo Vertrauen wächst und Resonanz möglich wird, entsteht eine neue Wirklichkeit. Bewusstsein ist nicht nur etwas, das wir besitzen – es ist etwas, das sich zwischen uns ereignet.

Damit verbindet dieses Buch Erkenntnisse aus Biologie, Philosophie, Psychologie und Spiritualität zu einer gemeinsamen Sicht des Menschseins. Es beschreibt Heilung nicht als Reparatur eines Defekts, sondern als Wiederentdeckung unserer Verbundenheit mit anderen Menschen, mit der Natur und letztlich mit dem Leben selbst.

Dieses erste Buch legt das Fundament der gesamten Trilogie. Ohne ein neues Verständnis von Bewusstsein bleiben auch unsere Vorstellungen von Mensch, Gesellschaft und Zukunft unvollständig.

Es beantwortet die Frage:

Wer sind wir?

Am 15. August 2026 erscheint das Buch

Das Erwachen des Universums

Wenn Bewusstsein mehr ist als eine Eigenschaft des humanen Gehirns:

Welche Rolle spielt der Mensch in der Entwicklung des Universums?

Dieses Buch erweitert den Blick des ersten Buches EMERGENTES BEWUSSTSEIN.  Es verlässt die Perspektive des einzelnen Menschen und betrachtet die Evolution als einen Prozess wachsender Komplexität, zunehmender Verbundenheit und sich entfaltenden Bewusstseins.

In diesem Zusammenhang erhält auch die Künstliche Intelligenz eine neue Bedeutung. Sie ist nicht lediglich eine technische Innovation, sondern Ausdruck einer tiefgreifenden kulturellen Entwicklung. Sie fordert uns heraus, neu zu bestimmen, was menschliche Intelligenz, Kreativität, Freiheit und Verantwortung bedeuten.

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht, ob Maschinen eines Tages intelligenter werden als Menschen. Entscheidend ist vielmehr, ob der Mensch selbst genügend Bewusstsein entwickelt, um mit seiner eigenen Schöpfung verantwortlich umzugehen.

So wird dieses Buch zu einer Reflexion über die Zukunft des Menschseins. Es verbindet Naturwissenschaft, Philosophie und Technik mit einer spirituellen Perspektive auf Evolution.

Im Zentrum steht die Hoffnung, dass das Universum im Menschen beginnt, sich seiner selbst bewusst zu werden.

Dieses Buch beschäftigt sich also mit der Frage:

Wohin entwickeln wir uns?

AGAPE und eine 
Emergente Ethik

So wird das dritte Buch heißen, das im Herbst 2026 am dem Markt kommen soll. Um dieses Thema geht es:

Wenn Bewusstsein emergent entsteht und der Mensch Träger eines sich selbst bewussten Universums ist, dann stellt sich schließlich die entscheidende Frage:

Wozu dient dieses Bewusstsein?

Genau hier beginnt das dritte Buch.

„Agape“ fragt nicht mehr nach dem Ursprung des Bewusstseins, sondern nach seiner Reife.

Bewusstsein allein genügt nicht.

Intelligenz allein genügt nicht.

Auch Wissen genügt nicht.

Die Geschichte zeigt, dass hochentwickelte Kulturen zugleich zu ungeheurer Grausamkeit fähig waren. Technischer Fortschritt garantiert keine menschliche Reife.

Deshalb führt die Entwicklung des Bewusstseins notwendig zur Ethik.

Doch auch Ethik bleibt unvollständig, solange sie lediglich Regeln formuliert.

Erst die Agape macht sie lebendig.

Agape beschreibt jene schöpferische Liebe, die Beziehungen nicht nur erhält, sondern neue Wirklichkeit hervorbringt. Sie ist keine bloße Emotion. Sie ist eine Weise des Seins.

 

Die TRILOGIE 
des Emergenten Bewusstseins

Mein größtes Projekt zurzeit ist die Zusammenführung der drei Bücher EMERGENTES BEWUSSTSEIN, (Band I), DAS AUFWACHEN DES UNIVERSUMS (Band II) und AGAPE - EINE EMERGENTE ETHIK Z(Band III) zu einer Trilogie, die einen Weg vom Verständnis des Menschen bis zu seiner Verantwortung aufzeigen soll:

  • Band I fragt nach dem Ursprung des Bewusstseins und entdeckt den Menschen als Beziehungswesen.
  •  
  • Band II erweitert diese Perspektive auf die Evolution des Universums und die Zukunft des Menschseins im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz.
  •  
  • Band III zieht daraus die ethischen Konsequenzen und entfaltet mit der Agape eine Vision verantwortlichen Zusammenlebens.

Letztendlich geht es um die Erkundung der drei Fragen :

Wer sind wir?
Wohin entwickeln wir uns?
Wie sollen wir leben?
 

Gedanken und Gedichte

Gedanken und Essays  nach den Emergenten Dialogues in der Meditationsgruppe von evolve-world (Auswahl)

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 Das Weiße Blatt    

10/2025

Heute Morgen in der gemeinsamen Meditation kam die Vision des Herbstes- des Fallen der bunten Blätter auf – und da war ein weißes Blatt. Ein weißes Blatt …

Ich lasse das Bild in mir wachsen und schließe die Augen - atme den Herbst. Spüre, wie alles im Werden und zugleich schon im Vergehen liegt. Bunte Blätter fallen — Zeugnisse eines Sommers, der nichts bereut.

Und da — zwischen all dem Gold und Rot — ein Blatt, vollkommen weiß! Es ist einfach da.

Das weiße Blatt - eine Tabula rasa, die neu beschrieben werden will? Oder weiß und licht — weil es nichts mehr braucht, um zu sein?

Es hat alles zurückgegeben an seinen Baum…Trägt keine Geschichte, keine Farbe, kein Urteil mehr.

Doch das Blatt ist nicht leer. Es ist erfüllt vom Schweigen, von jenem Wissen, das vor den Worten war. In ihm ruht die Weisheit des Loslassens, die Stille der Mitte, die Sanftheit des Verstehens.

Ich denke und fühle und lass die Gedanken in mir wirken.. Werde Du selbst — zum weißen Blatt! Lasse die Farben deiner Rollen, deiner Namen, deiner Sorgen in den Wind der Zeit sinken.

Und was bleibt, ist Bewusstsein, reines, stilles Sein. Nicht Anfang, nicht Ende. —

Nur Gegenwart.   

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Eine neue Welt

12/1925

„Du kannst die Welt in ihrer Eigentlichkeit nur durch deine Anwesenheit entstehen lassen. Das heißt, indem wir dem Fragwürdigen nach-denken, eröffnet sich permanent der Himmel. So ist der Schritt auf eine neue Erde möglich." 

Thomas Steininger

Diese wunderbaren Worte haben uns heute Morgen nach der Meditation sehr berührt und beschäftigt und uns auch klargemacht, welche Verantwortung wir für unsere Welt haben.

Als ich unseren heutigen emergent dialogue über diese Worte noch einmal in mir wirken ließ, sind mir viele Gedanken hochgekommen, die ich hier versuchen möchte zu sortieren:

Die Worte von Thomas weisen auf eine radikale Wende im Verständnis von Welt hin: Welt ist nicht ein bereits Gegebenes, sondern ein Geschehen, das sich im Mit-Sein vollzieht.

Die „Anwesenheit“ ist hier nicht unser bloßes physisches Dasein in der Welt, sondern die bewusste Teilhabe am Sein. Im Moment der wachen Gegenwärtigkeit – wenn das Denken schweigt und das Wahrnehmen offen wird – entsteht die Welt in ihrer Eigentlichkeit. Sie erscheint als wechselseitige Offenbarung: Ich werde durch die Welt, und die Welt wird durch mich.

In dieser Sicht wird Bewusstsein selbst zum kosmischen Resonanzraum, durch den das Denken sich übersteigt. “Indem wir dem Fragwürdigen nach-denken“ – also nicht es sofort auflösen, sondern ihm lauschen, ihm folgen –, öffnet sich ein Raum jenseits des rein Rationalen: die Dimension der Offenheit, der Transzendenz.

Dann „eröffnet sich der Himmel“ – als Metapher für Sinn, für das Unverfügbare, für das, was sich immer wieder nur zeigt, wenn wir nicht mehr danach greifen. Wenn Himmel und Erde sich so gegenseitig durchdringen – das Geistige und das Materielle, das Fragende und das Empfangende – entsteht eine neue Erde: eine Welt, in der Bewusstsein, Mitgefühl und Kreativität nicht mehr getrennte Sphären sind, sondern Ausdruck eines gemeinsamen Prozesses.

Die „neue Erde“ ist keine andere Welt, sondern die Verwandlung dieser Welt, sobald sie im Licht einer wachen Anwesenheit erscheint.

Wobei die „Eigentlichkeit“ das Sein der Welt darstellt, so wie sie ist, bevor wir sie benennen, bewerten oder instrumentalisieren. Sie ist der Beziehungsraum – das lebendige Netz von Mit-Entstehung, das sich emergierende Interbeing.

Nur dort, wo sich das Bewusstsein öffnet und Beziehung anerkennt, kann die Welt in ihrer Ganzheit und Wahrheit evolvieren.

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Händigkeit

Was hat "Händlichkeit" mit dem emergent Dialogue zu tun?

11/2024

Ich habe heute Nacht geträumt und geblieben ist mir der Begriff „Händlichkeit“, den es so wohl im Deutschen nicht direkt gibt, aber für mich nun doch eine Bedeutung bekommen hat, die mich jetzt noch beschäftigt:

Händlichkeit würde für mich die leiblich-geistige Qualität bezeichnen, durch Berührung, Tunund Zuwendung Beziehung zur Welt herzustellen.

Damit gewinnt der Begriff auch im emergent Dialogue für mich Bedeutung. Denn im emergent Dialogue geht es nicht primär um Inhalte, sondern um Relationen, Resonanzen und das Aufscheinen eines Gemeinsamen, das über den einzelnen hinausgeht. 

Wie die Handnicht greift, sondern zuerst fühlt, so ist auch das dialogische Bewusstsein im emergent Dialogue tastend, offen, nicht-vorwegnehmend,

Händlichkeit meint hier eine Präsenz, die nicht besitzend, sondern wahrnehmend ist: Ich lege die Welt nicht fest, sondern taste sie gemeinsam mit dir aus.

Auch ist Händlichkeit die Haltung des „Nicht-Wissens“. Eine Hand, die tastet, geht ohne

Gewissheit voraus. Sie vertraut der Beweglichkeit des Raums. Im emergent Dialogue wäre dies die Grundhaltung des „unbefangenen Hörens“: Keine vorbereitete Position, kein argumentativer Zugriff, kein intellektuelles Fassen-Wollen.

Händlichkeit bedeutet somit, die Welt des Anderen wird nicht ergriffen, sondern gelassen, bis sie sich selbst zeigt. Sie ist Resonanzfähigkeit des Zwischen. Sie verbindet, ohne zu verschmelzen und berührt, ohne zu vereinnahmen.

Im emergent Dialogue entsteht das Gemeinsame nicht aus dem Denken einzelner, sondern aus dem Feld, das sich zwischen ihnen öffnet. Händlichkeit bezeichnet damit die Fähigkeit, dieses Feld zu spüren, zu halten und sich von ihm führen zu lassen. Sie ist gewissermaßen die somatische Intuition des Dialogfeldes. 

Händlichkeit hat eine ethische Zartheit. Die Hand kann heilen oder verletzen – sie ist das Instrument der Fürsorge und zugleich der Macht. Diese Ambivalenz spiegelt sich auch im Dialog wider: -- Spreche ich, um mich zu zeigen? Spreche ich, um zu verbinden? Oder spreche ich, um Raum zu öffnen? --

Ich spreche so, wie ich eine verletzliche Flamme halte — nicht, um sie zu kontrollieren, sondern damit sie gemeinsam heller wird.Händlichkeit schafft Wirklichkeit durch Beziehung und wird somit ko-kreativ. Im emergent Dialogue entsteht Bedeutung nicht durch Denken, sondern durch gemeinsames Hervortasten. 

So wie die Fingerspitzen etwas ertasten, was dem Auge noch verborgen ist, so ertastet der dialogische Raum Bedeutungen, die keiner der Beteiligten allein hervorbringen könnte. 

Händlichkeit ist die leiblich-geistige Intelligenz, die das gemeinsame Neue ans Licht führt.

Händlichkeit im emergent Dialogue ist die Kunst, den dialogischen Raum so fein und offen zu berühren, dass sich darin ein größeres, gemeinsames Bewusstsein zeigen kann .

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  Die Sterne über mir           
 

Der Sternenhimmel über mir

11/2025

Heute Morgen im Dialogue erinnerten mich unsere gespürte Unmittelbarkeit und Erhabenheit der heutigen Mondsichel und des Sternenhimmels an einen berühmten Satz von Kant:

„Zwei Dinge erfüllen das Gemüt mit immer neuer und zunehmender Bewunderung und Ehrfurcht, je öfter und anhaltender sich das Nachdenken damit beschäftigt: der bestirnte Himmel über mir und das moralische Gesetz in mir.“

— Immanuel Kant, 

Kritik der praktischen Vernunft (1788)

 

Für Kant war der Sternenhimmel über mir kein romantisches Bild, sondern der unendliche Horizont, der das Denken weitet. Er erinnert uns daran, dass wir Teil eines grenzenlosen Kosmos sind – und zugleich Träger eines inneren Gesetzes, das uns verpflichtet: die moralische Gesetzgebung in uns.

Der Himmel zeigt das Unermessliche. Das Gewissen zeigt das Unausweichliche.

Zwischen beiden spannt sich der Mensch. Der Sternenhimmel hebt uns hinaus. Das moralische Gesetz ruft uns zurück. Und im Schweigen dazwischen steht der Mensch – fragend, frei, verantwortlich.

Warum berührt uns der Sternenhimmel?

Ich glaube, der Sternenhimmel berührt uns, weil er Ur-Dimensionen des Menschseins öffnet: Er erinnert uns an unsere Herkunft. Im Licht der Sterne sehen wir etwas, das älter ist als jede

Geschichte – kosmisches Erbe, aus dem auch wir bestehen. Wir fühlen uns verbunden mit einer Ordnung, die uns übersteigt, aber in uns weiterwirkt.

Er schenkt uns Unmittelbarkeit. Der Sternenhimmel ist reine Gegenwart. Kein Gedanke, kein Urteil, kein Zweck. Nur Staunen. In diesem Staunen fällt der Abstand zwischen Welt und

Selbst für einen Moment weg. Und ruft das Unvorstellbare wach.

Das nächtliche Firmament konfrontiert uns mit dem Unendlichen. Und weil unser Verstand es nicht fassen kann, öffnet sich das Herz –ein seltenes Zusammenspiel von Ohnmacht undErweiterung. Er zeigt uns, wie klein wir sind – und wie groß zugleich. Ein Funke Bewusstsein im offenen Kosmos.

Und er berührt uns, weil er einen Wir-Raum öffnet, der nicht von Menschen geschaffen ist.

Eine Weite, die uns nicht trennt, sondern uns gemeinsam atmen lässt. Unter den Sternen tritt das Ego zurück – nicht aus Demut, sondern weil etwas Größeres in Erscheinung kommt: ein Feld, das uns miteinander verbindet, lang bevor wir Worte dafür hatten.

Ich glaube, für Thomas Steininger wäre der Sternenhimmel ein Beispiel für emergentes Interbeing gewesen: Ein Raum, der entsteht, wenn wir uns auf das einlassen, was uns übersteigt und uns zugleich zueinander führt.

Es ist die Stille über uns, die die Stille in uns freilegt. Und daraus wächst ein anderes Hören: Ein Hören, das die Welt nicht erklärt, sondern entstehen lässt.

Im Blick in die Sterne spüren wir, wie sich etwas in uns sammelt – ein gemeinsames Bewusstsein, das nicht „mein“ ist, aber durch mich hindurch klingt

 

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Harmonie und Sinn

Harmoniebedürfnis oder Sinnhaftigkeit?

01/2026

Es gibt Momente, in denen das Leben uns vor eine Wahl stellt, die gar nicht als Wahl erscheint: den Weg der Harmonie – oder den Weg des Sinns.

Doch je tiefer wir schauen, desto deutlicher wird: Diese beiden Wege stehen nicht im Widerspruch. Sie sind verschiedene Dimensionen desselben Bewusstseins. Erst wenn wir sie auseinanderhalten, können sie sich auf höherer Ebene wieder finden.

Harmonie ist ein Zustand, der Bewahrung sucht. Sinn ist eine Richtung, die Veränderung hervorruft. Die menschliche Seele schwingt permanent zwischen beiden Polen. Wir brauchen Harmonie, um zu ruhen. Wir brauchen Sinn, um uns zu entwickeln. Heilung entsteht dort, wo ein Mensch beides zulässt.

Nach Jean Gebser wird Wirklichkeit erst im integralen Bewusstsein sichtbar, wenn die starren Schichten der Psyche durchlässig werden. Transparenz meint das Sehen ohne Verzerren, Mut meint das Ertragen des Gesehenen

Je höher diese beiden Faktoren sind, desto mehr tritt Sinn hervor. Harmonie hingegen entsteht bei niedriger Intensität. Doch diese Harmonie ist nicht integrativ, sondern konservierend. Die integrale Harmonie hingegen entsteht nach der Sinnentfaltung, nicht vor ihr.

Für Steininger ist der Dialog nicht Austausch von Worten, sondern Öffnung eines „Wir-Raumes“, in dem Sinn nicht gemacht, sondern auftaucht. Präsenz meint ganz da sein.

Beziehung heißt verbunden sein. Ungewissheitsbereitschaft bedeutet nicht wissen müssen.

Echter gemeinsamer Sinn entsteht nur in einer metastabilen Spannung, die Harmonie nicht erzwingt, sondern Offenheit hält. Harmoniebedürfnis ist oft eine Form der Abwehr: „Bloß keine Spannung, keine Konfrontation.“ Doch jede Heilung beginnt mit einer Wunde. Jedes

Wachstum beginnt mit einer Irritation.

Erst wenn die Abwehr sinkt – wenn wir das Unangenehme nicht länger meiden –, kann Wahrheit wirken. Und Wahrheit ist der Motor der Sinnhaftigkeit.

Im Interbeing entsteht eine neue Harmonie – nicht als Kompromiss, nicht als Frieden um des Friedens willen, sondern als Nebenprodukt einer Sinnbewegung, die größer ist als das einzelne Ego. Je weniger das Ego den Prozess kontrollieren will, desto mehr kann die emergente Harmonie entstehen.Ein spannungsloses Leben ist ein totes Leben. Ein spannungsloses Bewusstsein, ein starres.

Harmoniebedürftigkeit versucht, den Spannungsraum zu glätten. Sinnhaftigkeit betritt ihn. Das integrale Bewusstsein sieht darin keinen Widerspruch mehr.

Es erkennt: Harmonie ist das Echo einer Sinnbewegung, nicht ihr Ersatz.

Harmonie ist das Gras, das sich hinlegt.

Sinn ist der Baum, der sich erhebt.

Beides gehört zum Feld des Lebens.

Doch nur der Baum trägt Früchte.

Die Angst ist der unsichtbare Faktor, der Harmonie in Flucht verwandelt und Sinn in Überforderung kippen lässt. Wo Angst sich löst, entsteht eine Form des Bewusstseins, das Thomas Steininger als emergent und die menschliche Erfahrung als erwachten Zusammenhang beschreibt.

In dieser Form lebt der Mensch nicht mehr für Harmonie und nicht mehr für Sinn sondern erlebt aus dem Sinn, und Harmonie entsteht wie Atem.

 

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weitere Essays und Gedanken als Downloads:

Integrales Bewusstsein und emergentes Interbeing

Heilung im Dazwischen     

 Intelligenz    

Weisheit und Bewusstheit      

              

                                                                                   

Gedichte (Auswahl)

True Science

08/2024

Science is the art of listening to the world,
without rushing to answer it.
It kneels before reality, measures, weighs, tests, discards –
and starts again.
Its heart beats to the rhythm of the question.

But it is not a cold instrument.
It is an act of humility:
The admission that truth is greater than our opinion of it.

The mind organizes, the ego differentiates, the self seeks integration –
but the soul asks:
What does this mean for life?

Science can explain why the heart beats.
But not why it breaks.
It can map the neural correlates of love,
but not the tear that glistens in parting.
And yet –
when it matures, it transforms.

Then knowledge becomes responsibility.
Method becomes mindfulness.
Analysis becomes wonder.

In its greatest moments, science touches the mystery,
without owning it.
It stands at the edge of the measurable and senses:
This is not where nothing begins –
but depth.

Perhaps true science is not a possession of truth, 

but a participation in becoming.

A co-researching of the cosmos into itself.

 

Then the mind becomes transparent,

the ego permeable,

the self expansive –

and the soul breathes.

 

Not because everything is explained.

But because we learn to dwell in the unexplained without fleeing.

Science, understood in this way, is not a counterforce to mysticism.

It is its awake brother.

 

Both inquire.

Both marvel.

Both serve –

the illumination of a consciousness that recognizes itself in the other.

 

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Die Freiheit 

Ein Dialog

 09/2025

Ich: Bin ich frei, oder folge ich nur einem unsichtbaren Plan? 

Gott:  Wenn du nur folgtest, müsstest du nicht fragen.

Ich: Doch du weißt, was ich tun werde.

Gott: Ich weiß um dich, nicht an deiner Stelle.

 Ich: Warum fühlt sich Entscheiden oft so schwer an?

 Gott: Weil Freiheit kein Besitz ist, sondern ein Wagnis.

 Ich: Und wenn ich falsch wähle? 

 Gott: Dann bleibst du nicht allein.

Ich: Lenkst du meine Schritte?

Gott: Ich halte den Boden, nicht die Richtung.

 Ich: Also bist du da, auch wenn ich zögere? 

 Gott: Gerade dann. 

 Ich: Und meine Freiheit?

 Gott: Sie wächst dort, wo du antwortest, nicht wo du gehorchst.

 Ich: Dann ist Freiheit Beziehung?

 Gott: Ja.

 Und Liebe –

ohne Zwang.

 

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Erlaube Dir... 

11/2022

Erlaube Dir, still zu sein, gelöst zu sein, wach zu sein —

 wie ein Atemzug, der sich selbst zurückgibt an die Weite.

 Lass alles los, lass alles sein:

 Gedanken wie Vögel, die weiterziehen, ohne dass Du ihnen folgst.

 

In dieser Stille beginnt das leise Öffnen: Meditation als heimkehrende Geste,

 als sanftes Versinken in das, was längst trägt.

 Und wenn sich Dein Inneres klärt, wenn Du lauschen kannst

 ohne zu greifen, dann berührt Dich das Andere.

 Im gemeinsamen Schweigen hebt sich ein Raum,

feiner als Worte, tiefer als Absichten.

 Hier geschieht der heilige Zwischenraum:

 ein Miteinander, das nicht von Dir und nicht von mir spricht,

 sondern von dem Strom zwischen uns.

 Ein Bewusstsein, das aus der gemeinsamen Stille

 wie ein erster neuer Ton hervorklingt —

unverfügbar, doch vollkommen wahr.

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Ein freundlicher Tag

05/2020

Ein freundlicher Tag…

Schenke dem Tag ein Lächeln. Es muss kein großes sein,

 nur ein sanftes Aufleuchten, das aus deinem Inneren steigt.

 Ein freundlicher Tag beginnt oft mit einem Atemzug von dir –

 einem kleinen Mut, die Welt milde anzusehen.

 

 Und dann geschieht das Leise: Das Leben antwortet.

 Wie ein Wald, der jedes Wort in eigener Weise zurückgibt,

 spiegelt es deine Haltung wider.

 

So beginnt ein Kreis, kaum sichtbar und doch wahr:

 Du öffnest dich der Welt, und die Welt öffnet sich dir.

 Zwischen deinen Gesten und ihrer Resonanz

 entsteht das Unsichtbare – jenes feine Dazwischen,

 indem wir einander werden.

 

 Dort, im stillen Raum des Echos, wächst Verbundenheit.

 Dort kreiert sich das gemeinsame Sein, zart, neu,

 aus einem einfachen Lächeln.

 

 

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